CaRD LSR Viewer: Auskunft ohne Altsystem
Ein Altsystem am Leben zu halten, nur um zweimal im Jahr eine Auskunft geben zu können, ist die teuerste Form der Aufbewahrung — und die unsicherste, weil niemand mehr patcht.
Das System geht, die Auskunftsfähigkeit bleibt
Der CaRD LSR Viewer ist eine nur lesende Weboberfläche auf den Daten eines stillgelegten SAP-Systems. Die Daten werden aus dem Altsystem extrahiert und in einer eigenen Datenbank abgelegt; der Viewer stellt sie so dar, wie sie fachlich gebraucht werden — nicht als Tabellenauszug, sondern als Kachel je Auskunftsfall: Belege und Buchungen, Stammdaten, Bestellungen und Lieferungen, Personalstammdaten und Abrechnungen, Zeitnachweise, archivierte Dokumente.
Der Punkt, an dem Stilllegungsprojekte gewöhnlich scheitern, sind die unbequemen Datenbestände. Personalabrechnungen liegen in Clustertabellen, die man nicht einfach auslesen kann. Drucklisten und Spool-Ausgaben liegen in einem eigenen Format. Belege liegen in ADK-Archivdateien, weil sie schon vor der Stilllegung archiviert wurden. Dokumente hängen an Objekten über die Anlagenliste, das Dokumentenmanagement oder ArchiveLink. Der Viewer bringt für diese Fälle jeweils einen eigenen Leseweg mit — sonst bleibt am Ende doch ein Systemrest stehen.
Für das Finanzwesen gibt es ein eigenes Datenmodell mit auswertenden Kacheln: Salden, offene Posten, Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Sicht. Damit ist die Frage „Was stand auf diesem Konto zu diesem Stichtag?" ohne SAP beantwortbar — das ist erfahrungsgemäß die Frage, an der die Abschaltung sonst hängen bleibt.
Datenschutz ist eingebaut, nicht angebaut: Personenbezogene Felder werden maskiert, und wie viel sichtbar ist, hängt an der Rolle des Anmeldenden. Ein eigener ArchiveLink-Content-Server ist ebenfalls Teil der Lösung, sodass archivierte Dokumente auch dann noch adressierbar bleiben, wenn das Quellsystem längst abgeschaltet ist. Der Produktblick liegt auf card-lsr.com; die methodische Sicht auf ein Stilllegungsprojekt finden Sie auf Systemstilllegung.
Auf einen Blick
- Nur lesend — am Altbestand wird nichts verändert
- Kacheln je Auskunftsfall statt Tabellenauszüge
- Personalabrechnungen und Zeitnachweise aus Clustertabellen
- Drucklisten und Spool-Ausgaben als lesbarer Text
- ADK-Archivdateien werden mitgelesen
- Maskierung personenbezogener Daten je Rolle
Warum das zählt
Was ein weiterlaufendes Altsystem tatsächlich kostet.
- Wartung, Datenbank, Betriebssystem und Betreuung laufen weiter — für eine Handvoll Auskünfte
- Ein System ohne Sicherheitsaktualisierungen ist ein offenes Risiko im eigenen Netz
- Das Wissen, wie man darin etwas findet, geht mit den Kollegen in den Ruhestand
- Bei einer Prüfung muss die Auskunft in Tagen kommen, nicht in Wochen
- Die Abschaltung wird nicht billiger, wenn man sie noch einmal verschiebt
Die unbequemen Datenbestände
Hier entscheidet sich, ob wirklich abgeschaltet werden kann.
- Personalabrechnungen und Zeitnachweise aus Clustertabellen
- Drucklisten und Spool-Ausgaben in lesbarer Form
- ADK-Archivdateien aus früheren Archivierungsläufen
- Dokumente aus Anlagenliste, Dokumentenmanagement und ArchiveLink
- Belege mit ihren Verknüpfungen, nicht nur als Einzelsätze
Auswertungen im Finanzwesen
Die Fragen, an denen eine Abschaltung sonst hängen bleibt.
- Kontensalden zu einem Stichtag
- Offene Posten mit Ausgleichsbezug
- Bilanz- und Gewinn-und-Verlust-Sicht
- Belegzeilen mit Bezug zum Kopf
- Auswertbar ohne SAP und ohne Nachbau der Transaktionen
Datenschutz
Aufbewahren heißt nicht, alles jedem zu zeigen.
- Maskierung personenbezogener Felder
- Umfang der Sichtbarkeit hängt an der Rolle
- Auskunftsfälle bleiben möglich, ohne den ganzen Bestand zu öffnen
- Zugriffe sind nachvollziehbar
- Löschkonzepte des Hauses bleiben umsetzbar
Dokumente bleiben erreichbar
Der Teil, an den beim Abschalten zuletzt gedacht wird.
- Eigener ArchiveLink-Content-Server als Bestandteil der Lösung
- Archivierte Dokumente bleiben adressierbar, auch ohne Quellsystem
- Anlagenliste und Dokumentenmanagement werden mitgelesen
- Downloads direkt aus der Auskunftsoberfläche
- Ablage wahlweise auf modernem Speicher — siehe ArchiveLink-Connector
Suchen im Bestand
Auskunft geben können auch Leute, die das Altsystem nie bedient haben.
- Suche über Kacheln und Felder statt über Tabellennamen
- Optional gestützte Suche und Zusammenfassungen
- Sprachmodelle laufen dabei im eigenen Haus, nicht bei einem Anbieter
- Vorschläge bleiben prüfbar — die Nachweisführung bleibt auf den Originaldaten
- Zuschaltbar; die klassische Suche bleibt unverändert bestehen
Häufige Fragen
Was passiert mit dem Altsystem?
Es wird abgeschaltet. Die Daten werden vorher extrahiert und in eine eigene Datenbank überführt, der Viewer arbeitet ausschließlich darauf. Damit entfallen Wartung, Lizenzen, Datenbank und Betriebsaufwand des Altsystems — und das Sicherheitsrisiko eines Systems, das niemand mehr aktualisiert.
Kann jemand die alten Daten damit verändern?
Nein. Der Viewer ist durchgängig nur lesend. Das ist keine Einstellung, sondern die Bauweise: Es gibt keine Funktionen zum Ändern, Buchen oder Löschen. Für die Nachweisführung ist genau das die Voraussetzung.
Kommen auch Personalabrechnungen und Zeitnachweise mit?
Ja, und das ist einer der Gründe für die Lösung. Diese Daten liegen in Clustertabellen, die sich nicht ohne Weiteres lesen lassen — genau deshalb bleiben HR-Systeme oft als letzte stehen. Abrechnungsergebnisse und Zeitnachweise werden entschlüsselt und als lesbare Auswertung dargestellt.
Was ist mit Dokumenten, die schon archiviert waren?
Die bleiben erreichbar. Zum einen werden ADK-Archivdateien aus früheren Archivierungsläufen mitgelesen, zum anderen gehört ein eigener ArchiveLink-Content-Server zur Lösung, sodass archivierte Dokumente adressierbar bleiben, auch wenn das Quellsystem weg ist. Auf Wunsch liegt der Bestand danach auf modernem Cloud-Speicher.
Wie ist der Datenschutz geregelt?
Personenbezogene Felder werden maskiert, und wie viel jemand sieht, hängt an seiner Rolle. Das ist wichtiger, als es zunächst klingt: Ein stillgelegtes System enthält oft jahrzehntealte Personaldaten, und die dürfen nicht dadurch breiter zugänglich werden, dass die Auskunft jetzt bequemer ist als früher.
Wie ist der Weg dorthin?
In drei Schritten. Erstens Bestandsaufnahme: welche Datenbestände gibt es, welche Auskunftsfälle müssen bedient werden, welche Aufbewahrungsfristen laufen. Zweitens Extraktion und Aufbau der Auskunftsoberfläche mit den benötigten Kacheln. Drittens die Gegenprobe gegen das noch laufende Altsystem — erst danach wird abgeschaltet.
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