Systemstilllegung: abschalten, ohne etwas zu verlieren
Ein Altsystem, das nur noch läuft, damit im Zweifel jemand nachschauen kann, ist eine der teuersten Versicherungen der IT. Die Alternative ist nicht Löschen – sondern die Daten so zu übernehmen, dass das System weg kann.
Auf einen Blick
- SAP- und Non-SAP-Altsysteme vollständig stilllegen
- Inklusive ADK-Files, DART, Cluster-Tabellen & Attachments
- Recherche-Oberfläche für Fachbereich und Revision
- GoBD/GDPdU- und DSGVO-konform, mit Legal Hold
- Speicherziel frei wählbar: Azure, SharePoint, AWS S3 oder STACKIT
- Dokumentierter Abschalt- und Löschprozess
- Optionale KI: Verschlagwortung, Klassifizierung & semantische Suche
Warum Altsysteme so lange überleben
Nach Migration, Carve-out oder Konsolidierung bleibt fast immer etwas zurück: ein ECC, das niemand mehr bebucht, ein übernommenes Fremdsystem, ein Archivserver aus einer früheren Ära. Abgeschaltet wird trotzdem nicht – weil unklar ist, ob wirklich alles Aufbewahrungspflichtige woanders liegt. Also laufen Lizenzen, Wartung, Hardware und Betriebsaufwand weiter, oft über Jahre.
Der Ausweg ist eine vollständige, nachweisbare Übernahme des relevanten Bestands. Vollständig heißt dabei mehr, als viele erwarten: nicht nur Belege und Stammdaten, sondern auch ADK-Archivdateien aus früheren Archivierungsläufen, DART-Extrakte für die Betriebsprüfung, Cluster-Tabellen mit Langtexten (etwa STXH/STXL) und Binärobjekten sowie die Attachments aus GOS und DMS. Bleibt eine dieser Kategorien liegen, ist die Abschaltung nicht belastbar.
Genauso wichtig wie die Übernahme ist der spätere Zugriff. Ein Archiv, das nur Fachleute mit Spezialwerkzeug lesen können, hilft der Buchhaltung bei einer Anfrage nicht. Deshalb gehört eine Recherche-Oberfläche dazu, in der Fachbereich, Revision und Betriebsprüfung selbst suchen, Originaldokumente öffnen, Auswertungen rekonstruieren und exportieren können – ohne dass das Altsystem dafür läuft.
Gerade im Altbestand hilft eine optionale KI-Anbindung spürbar. Wer vor zwölf Jahren welche Ablagelogik gewählt hat, weiß oft niemand mehr — Metadaten fehlen, Dokumentarten sind uneinheitlich vergeben, Dubletten haben sich über Systemgrenzen hinweg angesammelt. Automatische Verschlagwortung und Klassifizierung geben dem übernommenen Bestand nachträglich Struktur, die semantische Suche macht ihn für Fachbereich und Prüfer bedienbar, ohne dass jemand die alten Feldbezeichnungen kennt, und in der Verarbeitung lassen sich Dubletten und Auffälligkeiten aufspüren, bevor sie ins neue Archiv wandern. Das Know-how dafür stammt aus unserer eigenen Entwicklung.
Auch hier gilt: Die KI ist Opt-in und ersetzt nichts. Die klassische Recherche über Belegnummer, Partner und Zeitraum bleibt vollständig erhalten, der Betrieb ist wahlweise on-premise oder in einer souveränen EU-Cloud möglich — bei aufbewahrungspflichtigen Altdaten regelmäßig die entscheidende Frage. Automatisch vergebene Schlagworte sind ein prüfbarer Vorschlag; die Nachweisführung selbst bleibt auf den übernommenen Originaldaten.
Unsere Komplettlösung dafür heißt CaRD LSR (Legacy System Retirement). Sie deckt SAP-Landschaften ebenso ab wie Nicht-SAP-ERP; die ausführliche Produktdarstellung finden Sie auf card-lsr.com. Auf dieser Seite geht es um das Vorgehen und die Fragen, die vor der Entscheidung zu klären sind.
Was übernommen wird
Vollständigkeit entscheidet darüber, ob die Abschaltung wirklich trägt.
- Transaktions- und Stammdaten
- ADK-Archivdateien früherer Archivierungsläufe
- DART-Extrakte für die Betriebsprüfung
- Cluster-Tabellen & Langtexte (z. B. STXH/STXL)
- GOS- und DMS-Attachments, ArchiveLink-Bestände
- Drucklisten und Ausgangsdokumente
Welche Systeme
Entscheidend sind die Aufbewahrungspflichten, nicht die Herkunft der Daten.
- SAP: ECC, S/4HANA, BW, HCM, GTS
- Oracle E-Business Suite, JD Edwards
- Microsoft Dynamics AX, Navision
- IBM Mainframe und AS/400 (IBM i)
- DMS-/ECM-Systeme, Fileserver, Eigenentwicklungen
Zugriff nach der Abschaltung
Der Teil, an dem Stilllegungsprojekte im Alltag gemessen werden.
- Suche über Belege, Partner und Zeiträume
- Originaldokumente direkt öffnen
- Rekonstruktion von Auswertungen
- Export für Prüfer und Fachbereich
- Berechtigungskonzept für den Archivzugriff
KI im Altbestand (optional)
Struktur nachträglich herstellen, wo über die Jahre keine mehr gepflegt wurde.
- Automatische Verschlagwortung des übernommenen Bestands
- Klassifizierung uneinheitlich abgelegter Dokumentarten
- Semantische Suche ohne Kenntnis alter Feldbezeichnungen
- Dubletten und Auffälligkeiten vor der Übernahme erkennen
- Betrieb on-premise oder in souveräner EU-Cloud
- Opt-in — die klassische Recherche bleibt unverändert
Recht & Compliance
Damit die Abschaltung auch in fünf Jahren noch verteidigbar ist.
- GoBD/GDPdU-konforme, unveränderbare Ablage
- DSGVO: Löschkonzepte und Fristen
- Legal Hold für laufende Verfahren
- Lückenloser Audit-Trail
- Nachweisdokumentation der Übernahme
Typische Auslöser
Wann das Thema auf den Tisch kommt.
- S/4HANA-Umstieg – das ECC soll endlich weg
- Carve-out, M&A und Post-Merger-Datentrennung
- Insolvenz und rechtssichere Aufbewahrung
- Konsolidierung gewachsener Landschaften
- Auslaufende Wartung oder Hardware-Ersatz
Vorgehen
In vier Schritten von der Analyse zur dokumentierten Abschaltung.
- Analyse: Was muss wie lange aufbewahrt werden?
- Übernahme und revisionssichere Ablage
- Abnahme des Zugriffs durch die Fachbereiche
- Geordnete Abschaltung mit Nachweis
Häufige Fragen
Müssen wir vorher festlegen, was genau erhalten bleiben soll?
Sie können den Umfang vorab definieren, müssen es aber nicht. In der Praxis erarbeiten wir ihn gemeinsam – ausgehend von Aufbewahrungspflichten und tatsächlichem Auskunftsbedarf. Im Zweifel übernehmen wir den vollständigen relevanten Bestand; das ist meist günstiger als eine lange Abgrenzungsdiskussion.
Werden auch ADK-Files und Archivdokumente mit übernommen?
Ja. Neben transaktionalen Daten übernehmen wir ADK-Archivdateien, DART-Extrakte, Cluster-Tabellen mit Langtexten und Binärobjekten sowie Attachments und ArchiveLink-Bestände. Genau daran scheitern Stilllegungen sonst häufig.
Wie greifen die Fachbereiche später auf die Daten zu?
Über eine Recherche-Oberfläche: suchen, Originaldokumente öffnen, Auswertungen rekonstruieren und exportieren. Ohne Spezialwissen und ohne dass das stillgelegte System dafür laufen muss.
Kann KI beim Altbestand helfen?
Ja, und hier ist der Nutzen besonders groß: In Altsystemen fehlen Metadaten, Dokumentarten wurden uneinheitlich vergeben und Dubletten haben sich über Systemgrenzen angesammelt. Automatische Verschlagwortung und Klassifizierung geben dem Bestand nachträglich Struktur, die semantische Suche macht ihn bedienbar, ohne dass jemand die alten Feldbezeichnungen kennt, und Dubletten lassen sich erkennen, bevor sie ins neue Archiv wandern. Die Funktionen sind Opt-in; die klassische Recherche über Belegnummer, Partner und Zeitraum bleibt unverändert.
Ist das mit aufbewahrungspflichtigen Daten vereinbar?
Ja, wenn der Rahmen stimmt — und den legen wir vorab fest. Der Betrieb ist wahlweise on-premise oder in einer souveränen EU-Cloud möglich, und welche Inhalte ein Modell überhaupt zu sehen bekommt, ist Teil des Konzepts. Wichtig: Die Nachweisführung bleibt auf den übernommenen Originaldaten; automatisch vergebene Schlagworte sind eine zusätzliche Zugriffshilfe, kein Ersatz für den Beleg.
Wo liegen die Daten anschließend?
Das entscheiden Sie. Der Ansatz ist speicherneutral: Microsoft Azure Blob Storage, Microsoft SharePoint Online, AWS S3 oder STACKIT als souveräne EU-Cloud. Region und Anbieter bestimmen Sie, der Betrieb ist wahlweise on-premise oder in der Cloud möglich.
Welche Kosten entfallen durch die Stilllegung?
Typischerweise Lizenz-, Wartungs- und Infrastrukturkosten des Altsystems, dazu der Betriebsaufwand für Patches, Backups und Prüfungen. Häufig amortisiert sich das Vorhaben bereits nach vergleichsweise kurzer Zeit – wir rechnen das vorab an Ihren Zahlen durch.
Können auch Nicht-SAP-Systeme stillgelegt werden?
Ja. Oracle E-Business Suite, JD Edwards, Dynamics AX und Navision, IBM Mainframe und AS/400, DMS-/ECM-Systeme, Fileserver und Eigenentwicklungen gehören zum Repertoire.
Passt das zu Ihrem Vorhaben?
Sprechen Sie direkt mit unseren Beratern – ohne Umwege.